Yesterday,
23 September 2008, Ketil Bjørnstad was announced as the winner of the
prestigious French readers’ award Le prix des lecteurs for his novel Til Musikken (Aschehoug, 2004). This
prize is awarded by a large jury composed of readers all over France, who have
read four books each month for an entire year. They select one candidate every
month as a finalist, and then one of the twelve finalists is chosen as the
winner. Ketil Bjørnstad’s novel Til
Musikken, competing with novels by writers such as Paul Auster and Truman
Capote, was the favourite of the French readers. Previous winners include
Carlos Ruiz Zafón and Isabel Allende.
Aufgeraute Lyrik
Pianist Ketil Bjørnstad im Trio in der Frankfurter Romanfabrik
VON GERD DÖRING
Da hat einer viel Spaß. Seine zwei Kollegen bahnen sich noch ihren Weg durch die Stuhlreihen in der Romanfabrik, da sitzt Alex Riel schon wieder am Drumset und poltert munter drauflos. Amüsiert lauschen die beiden der ungestümen Zugabe des Schlagzeugers, Palle Danielsson nimmt einen Anlauf auf dem Kontrabass - unhörbar. Ketil Bjørnstad plinkert ein paar Noten auf den Tasten - vergebens. Erst wenn der ausgelassene Drummer seine Spiellaune zurücknimmt, sich seine Besen greift und ein wenig über die Trommeln wischt, kommen seine Mitmusiker wieder zu Wort. Keine Frage, mit dem dänischen Schlagzeuger kommt ein wenig Rauheit und Unbekümmertheit in die lyrische norwegisch-schwedischen Zweisamkeit aus introvertierter Melodik und versiertem Bass-Zuspiel.
Stücke zum Mitsummen
Immer wieder hat Ketil Bjørnstad in den vergangen Jahren Neues versucht, mal mit klassischem Bezug (mit dem Cellisten Dave Darling), dann wieder mit Folk-Klängen (mit den Sängern Bendik Hofseth und Anneli Drekker). Floating, seine aktuelle CD, ist wiederum eine Premiere für den Pianisten. Seine erste Trio-Aufnahme und doch wieder geprägt von den für ihn so typischen schwebend-eingängigen Melodien, die seine Stücke rasch zu Mitsummen machen.
Eng verwoben ist das leichthändige Spiel des klassisch ausgebildeten Pianisten mit dem satten Ausschreiten des Bassisten. Eine langvertraute Liason, auf der CD ergänzt von der vorsichtigen, oft ein wenig exotischen Percussion Marilyn Mazurs. Hier aber versteht sich Alex Riel keineswegs als Lieferant zarter Farben und delikater Effekte. Er lässt mit Schmackes die Stöcke über das spartanisches Drum-Set wandern. Doch prägen nicht Lyrizismen und schwermütiger Wohlklang den Abend, die Arbeit im Trio lockt den auf seinen Solo-Aufnahmen so reservierten Pianisten aus der Reserve.
Aufweckender Rhythmus
Auch wenn Bjørnstad hier - zumal durch seine Bücher - populär ist: Riel ist der bekanntere Name im skandinavischen Jazz. Er tourte als junger Dachs 1966 schon mit Bill Evans, dem Gottvater des Piano-Trios durch Europa und war Mitbegründer von Savage Rose, der dänischen Supergroup in den 70ern. Heute verfügt er über ein trockenes Schlagzeugspiel, das dem melodischen Strömen von Bjørnstads Kompositionen einen aufweckenden Rhythmus hinzufügt.
Zwischen den beiden Antipoden steht mit dem erfahrenen Danielsson ein Meister der wunderbar leichten Bassläufe, einer, der mit Eleganz die Behäbigkeit des Instruments vergessen machen. Höhepunkt der beeindruckenden Danielsson-Show ist ein Solo, das er, wie er ins Mikrophon raunt, für seinen Kater geschrieben hat: Mars, drei Jahre alt und offenbar ein Polka-Liebhaber.